8
Jun
2018
0
Zürichsee im Sonnenuntergang

Zürich: Teures Pflaster, teures Leben und dennoch vieles kostenlos

⌚ geschätzte Lesezeit: 11 Minuten

Ich war noch nie in der Schweiz, obwohl es von Ulm aus recht nah gelegen ist. Für mich als günstig reisenden Wochenendnomaden waren die schweizer Preise immer sehr abschreckend. Es haben sich aber dann doch ein paar Faktoren ergeben, die für einen Trip nach Zürich sprachen: Mein alter Schulfreund Paul wohnt seit mittlerweile vielen Jahren hier und besuchen wollte ich ihn schon lange.

Planung

Dank meiner zahlreichen Reisen und des BahnBonus-Programms habe ich so viele Punkte gesammelt, dass es eine internationale Hin- und Rückfahrt als kostenlose Prämie gab. Die Fahrt statt für 91 Euro gratis antreten, eine kostenfreie Unterkunft. Alles klar – Zürich, ich komme!

Erst in der Woche vor meiner Reise berichtete Spiegel Online, dass Zürich die derzeit teuerste Stadt der Welt sei. Diese Meldung weckte nochmal mehr den Ergeiz in mir. Ich habe im Vorfeld nochmal ganz speziell nach Orten gesucht, die man kostenlos besuchen kann und Gastronomien, wo man für wenig Geld satt werden kann. Ganz einfach war es nicht, aber schlussendlich habe ich bereits im Vorfeld doch eine ganze Reihe von Möglichkeiten gefunden, auf die ich im Reisebericht noch genauer eingehen werde.

On the road

Die beiden Zugfahrten hin und zurück waren dank des Bahn.Bonus-Programms zwar kostenlos, aber eine Tatsache sollte die Freude etwas trüben: Wegen einer Baustelle musste ich zwischen Singen und Schaffhausen auf den Schienenersatzverkehr umsteigen. Die lange Fahrt im vollkommen überfüllten und zusätzlich verspäteten Bus musste ich aber zumindest nicht alleine antreten; Paul ist mit mir zusammen bereits ab Ulm gefahren.

Und alle Strapazen wurden durch die Vorbeifahrt am Rheinfall in Schaffhausen ausgeglichen. Die Wassermassen von einem der größten Wasserfälle Europas wirken auch aus der sicheren Entfernung des Zugs imposant.

Rheinfall auf der Hinfahrt

Rheinfall auf der Hinfahrt

Kaum in einem Vorort Zürichs angekommen, haben wir unser Gepäck in der Wohnung abgeladen und sind umgehend ins Stadtzentrum weitergezogen. Für die Mobilität habe ich mir gleich ein Tagesticket für 13,60 Franken gekauft; ein Franken kostet aktuell in etwa 0,85 Euro. Das Schöne am Tagesticket in Zürich ist, dass es ab Kauf 24 Stunden gültig ist. In Deutschland ist der Kaufzeitpunkt in der Regel egal und Tageskarten sind nur bis Betriebsschluss gültig.

Reise

Tag 1

Bahnhof

Zürich ist mit 400.000 Einwohnern keine riesige Großstadt, der Bahnhof macht jedoch genau diesen Eindruck. Alleine an der Größe der Bahnhofshalle lässt sich ablesen, dass die Stadt viele Touristen und Geschäftsleute beherbergt, die täglich in großen Zahlen kommen und gehen.

Hauptbahnhof von Zürich

Hauptbahnhof von Zürich

Bahnhofstraße

Die Bahnhofstraße wirkt weniger elegant als die Düsseldorfer Kö, nicht so prachtvoll wie die Maximilianstraße in München und nicht so überkandidelt wie der Kurfürstendamm in Berlin. Dennoch zählt sie zu Europas teuersten Straßen. In einer Seitenstraße kann man Urania, die alte Sternwarte sehen. Da es zwar dunkel wurde, aber ein paar dunkle Wolken aufzogen und die Aussicht nicht so vielversprechend war, haben wir jedoch auf einen Besuch verzichtet.

Sternwarte Urania

Sternwarte Urania

Bellevueplatz und Opernhaus

Weiter ging es für uns mit der Tram in Richtung Bellevueplatz, auf dem ein Zirkus gastierte, weshalb man vom Platz selbst nur wenig zu sehen bekommen hat und wir direkt weitergegangen sind zum Opernhaus.

Opernhaus

Opernhaus

Züricher See und Zürichhorn-Park

Ziel war der Zürichsee, in dem sich mittlerweile die untergehende Sonne gespiegelt hat.

Zürichsee im Sonnenuntergang

Zürichsee im Sonnenuntergang

Ein Spaziergang durch den Zürichhorn-Park ist hier quasi Pflichtprogramm. Ich schätze, es wird mir ein ewiges Rätsel bleiben, wie es den Schweizern gelingt, dass die Anlage trotz tausender von Besuchern jeden Tag so sauber und aufgeräumt bleibt. Alle paar Meter grillen Menschen am Wasser, aber niemand hinterlässt Müll und die Rasenflächen sehen aus wie auf einem Golfplatz.

Zürichhorn-Park

Zürichhorn-Park

Als erklärter Fan von Le Corbusier hatte ich mich gefreut, dass hier am Rande des Parks ein Pavillon des Architekten steht. Dieser wird aktuell jedoch in Stand gesetzt und man bekommt nicht mehr als die Gerüste um das Gebäude zu sehen.

Abendessen bei Tschingg

Während die Sonne unterging, wurde Zürich langsam dunkler.

Abendstimmung in Zürich

Abendstimmung in Zürich

Unsere Mägen machten sich so langsam deutlich bemerkbar. Zum Essen sind wir zu Tschingg gegangen. Dies ist eine kleine lokale Kette mit mehreren Filialen in ganz Zürich. Das Konzept ist ähnlich zu Vapiano, was nur wenige Meter entfernt ist, jedoch lokal orientiert. Für 20,00 Franken bestellte ich mir Spaghetti Bolognese und ein Bier. Da wir vor Ort essen wollten, kam dazu noch ein Aufschlag von 2,50 Franken, den man nicht zahlt, wenn man das Essen mitnimmt. Einen solchen Aufschlag habe ich in der Form in Deutschland und eigentlich auch nirgendwo anders jemals erlebt, aber die Portion war groß, das Essen lecker und wir anschließend satt.

Restaurant Tschingg

Restaurant Tschingg

Tag 2

Giacometti-Halle

Paul hatte mir bereits tags zuvor einen besonderen Geheimtipp versprochen: die Giacometti-Halle. Diese befindet sich im Eingangsbereich der Züricher Polizeiwache.

Polizweiwache

Polizeiwache

Die Menschen in Zürich nennen die Giacometti-Halle wegen der Blumenmuster auch Blüemlihalle und das beste an ihr ist: Der Eintritt ist frei. Man muss nur an der Pforte seinen Personalausweis abgeben.

Giacometti-Halle

Giacometti-Halle

Alter Botanischer Garten

Klein, ruhig und stellenweise etwas dunkel ist der alte botanische Garten. Es gibt eine kleine Aussichtsplattform, von der es aber nur wenig zu sehen gibt, ein kleines Gewächshaus und ansonsten sehr viel Ruhe vom Trubel der Stadt in direkter Umgebung.

Gewächshaus im alten botanischen Garten

Gewächshaus im alten botanischen Garten

Alter botanischer Garten

Alter botanischer Garten

Free Walking Tour

Um 11 Uhr waren wir pünktlich am Paradeplatz, dem Startpunkt der Free Walking Tour. In einer sehr großen Gruppe konnten wir so die wichtigsten Stationen von Zürich erkunden und historische Fakten und Hintergründe erfahren. Für meine Begriffe war die Gruppe etwas zu groß. Bei Teilnehmerzahlen dieser Größenordnung wären in anderen Städten erfahrungsgemäß mehr Guides bereitgestanden. So musste man an den einzelnen Stationen leider immer etwas um die Plätze kämpfen, an denen man den Guide gut verstehen konnte, der ansonsten aber einen passablen Job gemacht hat. Etwas mehr Energie und Enthusiasmus hätte der Tour vielleicht gut getan, aber vermutlich hatte ich einfach die ruhige Art der Schweizer unterschätzt.

Lichthof der Credit Suisse

Erste Station war der Lichthof der Credit Suisse direkt am Paradeplatz, wo man einige Besonderheiten der schweizer Alltagskultur erfahren konnte.

Lichthof der Credit Suisse

Lichthof der Credit Suisse

Bahnhofstraße

In der Bahnhofstraße wurde empfohlen, unbedingt dem Griederhaus einen Besuch anzustattet. Leider haben wir das im weiteren Verlauf des Trips vergessen, dabei wäre ein Besuch sogar kostenlos gewesen. Das wird dann nächstes Mal nachgeholt.

Fraumünster

Am Fraumünster erfuhren wir, dass nur Rom mehr Brunnen als Zürich hat. Überall, wo Wasser fließt kann man sich auch sicher sein, dass es sich um Trinkwasser handelt. Für preisbewusst Reisende ist das ein goldener Tipp, denn die Getränkepreise in Zürich sind horrend. Da man alle paar Meter an einem Brunnen vorbeikommt muss man sich nicht einmal unbedingt eine Flasche zum Abfüllen mitnehmen, sondern kann das kühle, frische Nass direkt aus dem Hahn trinken.

Fraumünster

Fraumünster

Großmünster

Das Besteigen des Karlsturms vom Großmünster stand eigentlich auf meiner Liste. Für 5 Franken wäre der Preis auch fair gewesen, aber irgendwie wurde auch daraus nichts. Noch eine Aktivität für den nächsten Trip.

Großmünster von der Limmat aus

Großmünster von der Limmat aus

Großmünster

Großmünster

Leninwohnung

Wer meine Reiseaktivitäten etwas verfolgt weiß, dass ich sehr zumindest einmal im Jahr in Russland bin und gelernt habe, das Land zu lieben. Moskau und St. Petersburg stellen immer wieder aufs neue Highlights des Reisejahres dar und beide Städte werden nie langweilig. Viele reiche Russen sehen das womöglich aber anders, denn viele von ihnen finden sich in Zürich. Der berühmteste russische Gast Zürichs residierte jedoch schon vor über 100 Jahren in der Spiegelgasse: Wladimir Iljitsch Lenin.

Leninwohnung

Leninwohnung

Neumarkt

Wir waren bei herrlichstem Sonnenschein am Neumarkt, was schon recht nett war. Besonders schön muss es aber in der Nacht sein, da die Straßen dann von Gaslaternen beleuchtet werden – diese findet man nur noch sehr selten.

Haus zum Rech

Das Haus zum Rech ist nicht nur ein Gebäude mit romanischem Ursprung in hervorragende Zustand, sondern kann auch kostenlos besichtigt werden. In einem weiteren Raum findet sich außerdem ein großes Modell von Zürich, das die Stadt in der Zeit um 1800 darstellt, das ebenfalls gratis besichtigt werden kann.

Stadtmodell von Zürich

Stadtmodell von Zürich

Rathausbrücke

Wir hatten genau das richtige Timing: Gegen Ende der Tour war der Markt auf der Rathausbrücke noch immer im Gange, der er auch seinen Zweitnamen verdankt: Gemüsebrücke.

Blick von Rathausbrücke

Blick vom Rathausbrücke

Lindenhof

Im Vorfeld konnte ich immer wieder lesen, dass der Lindenhof ein absolutes Highlight von Zürich darstellt und so war hier auch der würdige Abschluss einer interessanten Free Walking Tour durch eine geschichtsträchtige Stadt.

Blick von Lindenhofplatz

Blick von Lindenhofplatz

St. Peter

Wieder auf eigene Faust sind wir vom Lindenhof nur weniger Meter weiter gelaufen, um die Kirche mit dem größten Ziffernblatt Europas zu sichten: St. Peter.

St. Peter mit dem größten Ziffernblatt Europas

St. Peter mit dem größten Ziffernblatt Europas

Thermengasse

Die Straße runter findet man ein kleines, unscheinbares Freilichtmuseum, das man leicht übersehen kann: Man läuft hier über ein Bodengitter, unter dem die Grundrisse eines ehemaligen römischen Bades freigelegt sind. Daneben gibt es eine Reihe von Schautafeln, die erläutern, wie das Ganze mal ausgesehen haben muss und all das gibt es vollkommen kostenlos.

Thermengasse

Thermengasse

Fraumünster

Entlang der idylischen Wege an der Limmat sind wir nochmals zum Fraumünster zurückgekehrt. Die Besichtigung der Kirche kostet zwar 5 Franken, ist aber jeden Rappen davon wert. Dies gilt insbesondere, wenn man zeitig kommt und die Sonne durch die nach Osten zeigenden Glasfenster scheinen. Diese stammen von Marc Chagall. Gerne hätte ich einen Fotobeweis von der Pracht gebracht, aber leider ist das Fotografieren in der Fraukirche untersagt.

Chagall-Fenster des Fraumünsters

Chagall-Fenster des Fraumünsters

Mittagessen in der Äss-Bar

Unsere Mägen meldetet sich langsam. Den Hunger zu stillen kann in Zürich ein wahrlich teures Vergnügen werden. Nicht so in der Äss-Bar: Hier gibt es allerlei Backwaren und belegte Sandwiches vom Vortag. Für ein leckeres Sandwich und eine schweizer Rivella-Limonade habe ich 5 Franken gezahlt. Selbst in Deutschland müsste man länger suchen, um einen solchen Preis zu erzielen.

Äss-Bar

Äss-Bar

Polyterrasse

Wir haben unsere Sandwiches gleich verschlungen, aber ich gebe dir einen wertvollen Hinweis: Pack das Essen ein und gehe in Richtung der Polybahn. Diese Standseilbahn ist im Tagesticket integriert und führt dich zur Polyterrasse. Hier gibt es nicht nur jede Menge bequemer Bänke, sondern auch eine noch bessere Aussicht über Zürich als vom Lindenhof. Einziges Manko: Es gibt keine schattigen Plätze. Wenn die Sonne aber nicht gerade erbarmungslos brennt, ist das der perfekte Ort für eine Mittagspause.

Aussicht von der Polyterrasse

Aussicht von der Polyterrasse

Polyterrasse

Polyterrasse

Zoologisches Museum

Sollte die Hitze doch Überhand nehmen gibt es dafür aber auch gleich eine Lösung: Das zoologische Museum hat seine Pforten vollkommen kostenlos geöffnet, ist klimatisiert und ohne jeden Zweifel einen Besuch für jung und alt wert. Die Ausstellung zeigt auf zwei Stockwerken nicht nur heimische Tierpräparate der Schweiz, sondern aus aller Welt.

Eingang zum zoologischen Museum

Eingang zum zoologischen Museum

Ausstellung vom zoologischen Museum

Ausstellung vom zoologischen Museum

Neumünster

Auf dem Weg zum botanischen Garten kamen wir rein zufällig an der Neumünsteranlage vorbei, von der wir zunächst dachten, es sei der Botanische Garten. Der Rosengarten der Neumünster-Kirche ist in der Tat ein kleiner grüner, extrem gut gepflegter Park, an dem kaum ein Mensch anzutreffen war. Die Anlage ist zwar nicht zentral gelegen, aber wer auf dem Weg zum Botanischen Garten in der Nähe ist, sollte unbedingt einen Abstecher hierher machen.

Eingang zum Neumünster

Eingang zum Neumünster

Neumünsteranlage

Neumünsteranlage

Botanischer Garten

Jetzt aber: Der Botanische Garten darf keinesfalls fehlen, wenn man es darauf anlegt, in Zürich für wenig Geld einen erlebnisreichen Trip zu bekommen. Der botanische Garten verlangt keinen Eintritt und hat doch so viel zu bieten. Am eindrucksvollsten sind mit Sicherheit die kuppelförmigen Gewächshäuser, die wie aus einem Science-Fiction-Film wirken.

Eingang zum botanischen Garten

Eingang zum botanischen Garten

Gewächshäuser im botanischen Garten

Gewächshäuser im botanischen Garten

Schweizerisches Landesmuseum

Mit der Tram ging es wieder zurück ins Stadtzentrum, wo wir das Schweizerische Landesmuseum zumindest von außen bestaunt haben.

Landesmuseum

Landesmuseum

Flussbad Oberer Letten

Durch den Platzspitzpark ging es nun zum Flussbad Oberer Letten. Hier dürfen Männer und Frauen vollkommen kostenlos im Fluss schwimmen und es gibt auch die dementsprechende Infrastruktur. Darüber hinaus gibt es in Zürich auch noch das Männerbad Schanzengraben und das Frauenbad Stadthausquai. Bei allen gilt: Eintritt frei.

Flussbad Oberer Letten

Flussbad Oberer Letten

Während Paul Abkühlung im Wasser suchte, habe ich es bevorzugt, mich mit einem kühlen Bier für 7 Franken im Dynamo abzukühlen.

Dynamo

Dynamo

Abendessen

Entlang des Schanzengrabens ging es in eines der besten Hotels der Stadt.

Alter Burggraben

Schanzengraben

Nicht nur arbeitet Paul hier, sondern er erhält auch einen 50%-Rabatt auf alle Preise. Was zunächst nach paradiesischen Zuständen klingt, muss ich aber gleich wieder etwas relativieren: Es handelt sich um ein Hotel der Luxusklasse und entsprechend hoch sind die Preise, aber auch der gebotene Gegenwert. Für 45 Franken gönnten wir uns einen irrsinnig leckeren schweizer Burger, Cocktails und Biere. Das kann man andernorts sicherlich günstiger haben, aber wohl kaum besser.

Tag 3

Mein Gepäck hatte ich im Schließfach für 6 Franken eingeschlossen, damit ich am Abend direkt vom Bahnhof aus starten kann.

Bootsfahrt

Ganz in der Nähe des züricher Hauptbahnhofs befindet sich auch die Ablagestelle Landesmuseum, von wo aus Schiffe halbstündlich ablegen. Wenn man ein Tagesticket für den öffentlichen Nahverkehr hat, benötigt man kein zusätzliches Ticket, denn die Schiffsfahrt ist inbegriffen. Die Tour führt entlang der Limmat bis hin zum Zürichsee. Rechts und links sieht man die schönen Häuser, kann allerlei Gassen mit schweizer Fahnen erspähen und auf Höhe der Münsterbrücke hat man das Fraumünster und das Großmünster perfekt im Blick.

Nicht nur wir waren auf der Limmat

Nicht nur wir waren auf der Limmat

Sukkulentensammlung

Ausgestiegen sind wir an der Haltestelle Enge Hafen, um zur nur wenige Gehminuten entfernten Sukkulentensammlung zu gehen.

Eingang zur Sukkulentensammlung

Eingang zur Sukkulentensammlung

Ich muss zugeben: Bis zu diesem Wochenende hatte ich den Ausdruck „Sukkulente“ nie gehört, wurde in der Sukkulentensammlung aber zum Glück aufgeklärt. Es handelt sich um saftreiche Pflanzen, die an besondere Klima- und Bodenverhältnisse angepasst sind. Wer dabei als erstes an Kakteen denkt, liegt schon einmal zum Teil richtig. Die Sammlung zeigt aber nicht nur Kakteen, sondern auch andere Vertreter der Sukkulenten. Das klingt zunächst vielleicht etwas langweilig, aber die vielen Gewächshäuser sind wirklich sehr schön aufbereitet.

Sukkulentensammlung

Sukkulentensammlung

Und nicht zuletzt überzeugt natürlich auch mal wieder, dass der Eintritt frei ist. Und für gerade einmal 2 Franken gibt es am Automaten einen echt guten Kaffee.

Voliere

Wer an der Natur interessiert ist, aber Pflanzen etwas langweilig findet, kann auf dem Weg zurück in die züricher Innenstadt einen Halt an der Voliere machen. Hier kann man allerlei exotische Tiere sehen und auch hier ist der Eintritt frei.

Voliere

Voliere

Vogel in Voliere

Vogel in Voliere

Weststadt

Von unserem Standort war der Bahnhof Enge nur wenige Minuten entfernt. Hier befindet sich auch das von außen dezent gehaltene FIFA-Museum, dem das Bahnhofsgebäude aber ohne jeden Zweifel die Show stiehlt.

Bahnhof Enge

Bahnhof Enge

In der Innenstadt hatten wir inzwischen alle Pflichtprogrammpunkte gesehen, aber ich wollte unbedingt noch die Weststadt sehen. Das ehemalige Industriequartier beherbergt jede Menge moderne Gebäude und ein paar alte Fabrikgegbäude, die heute einem neuen Zweck dienen. Vom Bahnhof Enge aus mussten wir am Hauptbahnhof einmal umsteigen und waren in kurzer Zeit in der Weststadt, genauer an der Haltestelle Hardtstraße.

Streetart in der Weststadt

Streetart in der Weststadt

Wohnhäuser in der Weststadt

Wohnhäuser in der Weststadt

Puls 5

Wie der Zufall so wollte fand in der alten Fabrikhalle des heutigen Puls 5 ein Streetfoodmarkt statt. Für 15 Franken gönnte ich mir eine Baked Potatoe mit Zürcher Geschnetzeltem – einen lokalen Klassiker in neuem Gewand. Aber selbst wenn gerade kein Streetfoodmarkt ist, lohnt es sich das Gebäude zu bestaunen und ein paar Fotos zu knipsen.

Streetfoodmarkt im Puls 5

Streetfoodmarkt im Puls 5

Baked Potatoe mit Zürcher Geschnetzeltem

Baked Potatoe mit Zürcher Geschnetzeltem

Geroldareal

Frau Gerolds Garten

Nachdem wir uns den neuen Gebäude und nahezu menschenleeren Straßen der Weststadt gewidmet hatten, genehmigten wir uns ein Bier im Geroldareal, genauer gesagt in Frau Gerolds Garten. Inmitten des vielen Betons und direkt an den Gleisen findet man hier einen grünen Rückzugsort mit Bar, Dachterrasse an der Sonne mit Aussicht auf den Zugverkehr, schattigen Plätzen unter einem Sonnenzelt, gemütlichen Plätzen auf Sofas und einer Bar mit reichhaltiger Getränkeauswahl sowie Grill fürs leibliche Wohl. Das Bier kostet 6 Franken.

Eingang zu Frau Gerolds Garten

Eingang zu Frau Gerolds Garten

Frau Gerolds Garten

Frau Gerolds Garten

Bar in Frau Gerolds Garten

Bar in Frau Gerolds Garten

Urbansurf

Nicht einmal eine Minute von Frau Gerold entfernt findet man die größte Outdoor-Surfanlage der Schweiz. Urbansurf ist eine künstlich angelegte stehende Welle, an der wie es scheint sowohl Profis als auch Anfänger ihren Spaß haben. Wer etwas mehr Zeit und Interesse hat, kann ja vorab mal schauen, ob er sich traut, aufs Brett zu steigen. Es gibt auf alle Fälle Anfängerkurse. Ich habe einen solchen letztes Jahr an einer anderen Anlage gehabt. Obwohl ich nicht müde werde zu wiederholen, dass Wasser nicht mein Element ist, konnte ich mich immerhin immer wieder mal einige Sekunden auf dem Brett halten. Da Urbansurf online sogar Extratermine ohne Zuschauer bietet ist die Hemmschwelle vielleicht auch etwas niedriger.

Urbansurf

Urbansurf

Lettenviadukt

Auf dem Lettenviadukt ging es dann wieder zurück in die Innenstadt von Zürich, wo wir noch ein wenig abseits der Hauptstraßen spazierengingen.

Lettenviadukt

Lettenviadukt

Streetart am Lettenviadukt

Streetart am Lettenviadukt

Und irgendwann war es dann auch schon wieder Zeit für die Heimfahrt – dieses mal zum Glück ohne Schienenersatzverkehr und erneut vorbei am rauschenden Rheinfall.

Rheinfall auf der Rückfahrt

Rheinfall auf der Rückfahrt

Abrechnung

Ich konnte kostenlos bei meinem Freund Paul unterkommen, wo wir am Morgen auch frühstückten und auch die Bahnreise war dank der Bonuspunkte kostenlos. Unter normalen Umständen hätten die beiden Posten An- und Abreise sowie Unterkunft natürlich den größten Posten des Wochenendtrips ausgemacht. Das soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass man nicht zwingend reich sein muss, um in Zürich eine gute Zeit zu haben. Ganz im Gegenteil: Bereits mit wenig Geld kann man in Zürich sehr viel erleben, da es doch das ein oder andere kostenlos gibt. Und wenn man nicht wie ich am zweiten Tag so – wenn auch zum halben Preis – dekadent isst, kommt man auch mit wenig Geld über die Runden. Ich habe im Schnitt für meinen dreitägigen Trip weniger als 45 Euro pro Tag gezahlt.

Wer ein paar spezielle Tipps für kostenlose Aktivitäten in Zürich benötigt kann meinen anderen Artikel 10 Dinge, die du in Zürich kostenlos erleben kannst lesen.

129,44 €
Bahnfahrt von Ulm nach Zürich und zurück91,00 € 0,00€
2 Tagestickets für den öffentlichen Nahverkehr27,20 CHF (25,02 €)
Getränke aus Trinkwasserbrunnen0,00 €
Abendessen bei Tschingg22,50 CHF (20,70 €)
Free Walking Tour
0,00 €
Eintritt für Haus am Rech0,00 €
Eintritt zum Fraumünster5,00 CHF (4,60 €)
Mittagessen bei Ässbar5,00 CHF (4,60 €)
Fahrt mit Polybahn (mit Tagesticket für öffentlichen Nahverkehr)0,00 €
Eintritt zum Zoologischen Museum0,00 €
Eintritt zum Flussbad Oberer Letten0,00 €
Bier bei Dynamo7,00 CHF (6,44 €)
Burger, Cocktails und Bier zum Abendessen45,00 CHF (41,40 €)
Schließfach6,00 CHF (5,52 €)
Bootsfahrt (mit Tagesticket für öffentlichen Nahverkehr)0,00 €
Eintritt zu Sukkulentensammlung0,00 €
Kaffee in Sukkulentensammlung2,00 CHF (1,84 €)
Mittagessen auf Streetfood-Markt15,00 CHF (13,80 €)
Bier bei Frau Gerold6,00 CHF (5,52 €)

You may also like

Basilius-Kathedrale
Moskau und St. Petersburg: Helle Nächte, dunkle Keller und höher hinaus als je zuvor
Flussbad Oberer Letten
10 Dinge, die du in Zürich kostenlos erleben kannst
Treppe im Kalemegdan-Park
Belgrad: Elektrisierende Erlebnisse, viele Kilometer und etwas Kunst
Parlamentspalast
Bukarest: Gigantomanie, unfassbar nette Menschen und der schlimmste Tag meines Lebens

Leave a Reply

Enjoy this blog? Please spread the word :)